Tutorial: Applizieren mit Rahmen und Stoffresten

Heute begrüßen wir bei uns auf dem Blog Lisa. Lisa hat kürzlich in unserer Mitnäh-Zentrale auf Facebook Ihr tolles Shirt mit einer Rahmen-Applikation gezeigt und wir waren sofort hin und weg von dieser Idee und dachten, das ist bestimmt auch etwas für Euch.

Deshalb hat Lisa sich die Mühe gemacht und ein Tutorial für Euch inkl. Vorlage vorbereitet. Wir wünschen schon mal viel Spaß beim Ausprobieren und geben ab an Lisa.

Tutorial Applizieren mit Rahmen und Stoffresten

Haben sich bei Euch auch so viele Stoffreste und Randstreifen mit wunderschönen kleinen Bildchen angesammelt? Bei mir kommen immer neue hinzu und ich kann mich einfach nicht von ihnen trennen, aber so richtig kam ich auch mit dem Verwerten nicht mehr hinterher.

Bis ich mit unserer Kleinsten ein Fotoalbum angeguckt habe und dort eine Collage mit vielen verschiedenen kleinen Fotos gefunden habe. Da kam mir die Idee, das mal mit Stoff zu versuchen.

Da mich das Ermitteln der richtigen Größe der Ausschnitte viel (wertvolle Näh-) Zeit gekostet hat und ich normalerweise alle Schablonen direkt wieder verliere, habe ich es diesmal gleich mit dem PC gemacht – hier könnt Ihr sie Euch direkt runterladen: Klick.

 

Materialbedarf

Ich habe Randstreifen und Reste aus Jersey und Sweat verwendet. Für den Rahmen habe ich Jersey benutzt, damit er nicht so dick aufträgt. Ich denke, es ist empfehlenswert hier dunklere oder zumindest blickdichte Farben zu verwenden. Außerdem bevorzuge ich durchgefärbten Jersey und keinen bedruckten.

Als Fixiermittel kann ich Vliesofix empfehlen und ein aufbügelbares Stickvlies für die Rückseite – das hilft gerade bei Jersey, damit sich nichts verzieht. Nachteilig am Vliesofix ist, dass der Jersey dadurch seine Dehnbarkeit verliert – Ihr solltet dieses Prinzip also vielleicht nicht für hautenge Shirts nutzen … Es gibt auch spezielles Fixiervlies für dehnbare Stoffe, damit habe ich aber bisher keine Erfahrung.

Okay, los geht’s.

 

1.    Schablone vorbereiten

Sortiert Eure Reststücke und legt sie schon mal auf die ausgedruckte (NICHT ausgeschnittene) Schablone auf. Die Stoffreste sollten immer noch mindestens eine Überlappung von 5 mm über das spätere Loch haben. Passt alles? Kommt das Motiv gut zur Geltung? Oder sind Eure Bilder zu klein oder zu groß?

Hier im Bild seht Ihr meine angepasste Schablone. Oben links war der Pauli mit Fisch doch kleiner als gedacht. Ich habe dann frei Hand das Loch kleiner gezeichnet und auch den äußeren Rahmen angepasst. Die jetzige Druckvorlage berücksichtigt diese Änderung schon. Solange nichts ausgeschnitten ist, könnt Ihr den Rahmen noch recht einfach in der Größe anpassen.

 

Wenn Ihr zufrieden seid, könnt Ihr die Schablone ausschneiden, Eure Reste darunterlegen und überprüfen ob alles passt.

 

2.    Fixiervlies aufbringen

Damit Euch die kleinen Schnipsel später nicht verrutschen, bügelt Ihr jetzt Fixiervlies auf die Rückseiten auf. Das hilft auch gerade bei Jersey, dass die Schnipsel glatt liegen bleiben und Ihr die Formen gut aufzeichnen könnt.

Bei meinem Vlies benutze ich immer die **-Einstellung des Bügeleisens für 11 Sekunden pressen. Passt auf, dass Ihr die richtige Seite auf den Stoff legt! Sonst habt Ihr das Vlies am Bügeleisen hängen. Im Zweifelsfall macht nochmal einen Test mit einem Rest-Rest-Stückchen und legt ein Tuch darüber.

 

3.    Schablone aufzeichnen und alles ausschneiden

Im Prinzip müsst Ihr einfach nur die Schablone auflegen und mit einem gut sichtbaren Stift auf die Rückseite des Fixiervlieses auftragen. Beachtet, dass Ihr die Vorlage nun spiegelverkehrt auflegen müsst!

Für die Stoffreste kann ich noch empfehlen, erst den Kreis der Schablone mittig auszurichten und zu übertragen, danach zeichnet Ihr im Abstand von 5-10 mm eine Offset-Linie drum herum. Auf der Rückseite, also spiegelverkehrt (irrelevant wenn die Rahmen alle achsensymmetrisch sind).

Anschließend alle Teile ausschneiden. Für die inneren Rahmen benutze dafür meine Fadenschere. Die ausgeschnittenen Kreise und Rechtecke hebe ich gleich für die nächsten Applikationen auf.

 

Wenn alle Teile ausgeschnitten sind, kann man sie nochmal auf die Schablone auflegen und eventuelle Überlappungen zurückstutzen – dann liegt alles hinterher schön flach.

4.    Aufbügeln

Jetzt die Transferfolie abziehen und alles vorsichtig auflegen. Zuerst müssen natürlich die Bildchen auf den Stoff. Hier hilft es, mit der festen Papierschablone zu überprüfen, ob alle wirklich an den richtigen Stellen liegen.

Ich habe in drei Schritten gebügelt, erst die Bildchen, dann den Rahmen und dann noch auf die Rückseite ein passendes Stück Stickvlies. Achtung, bei meinem Stickvlies ist tatsächlich die glatte Seite die klebende Seite!

 

5.    Alles festnähen

Jetzt könnt Ihr eine schöne Farbe für die Umrandung aussuchen. Ich habe mich hier entschieden, das frische Grün aus den Bildchen aufzugreifen. Beachtet: Bei einer Farbe mit viel Kontrast zum Rahmen sieht man jeden Stich und jeden Fehler. Wenn Ihr noch nicht so geübt beim Applizieren seid, wählt Euer Nähgarn lieber Ton in Ton mit dem Rahmen.

Da Jersey nicht ausfranst, könnt Ihr einen ganz normalen Geradstich zum Feststeppen verwenden. Näht möglichst dicht am Rand, damit Ihr wirklich alle Schichten erwischt und sich der Rand des Rahmens durchs Waschen später nicht so stark hoch wölbt.

Ich vernähe erstmal nichts und lasse die Naht höchstens 1-2 Stiche überlappen. Aber ich lasse mindestens 5 cm Faden über, also nicht die automatische Abschneidefunktion Eurer Nähmaschine nutzen!

 

 

6.    Finish

Nun müssen noch die Fäden auf links gezogen und verknotet werden.

Wusstet Ihr schon, wie man ganz einfach den Oberfaden vom Aufsteppen auf die linke Seite bekommt? Ich habe mir angewöhnt, ganz vorsichtig am Unterfaden zu ziehen, bis eine Schlaufe des Oberfadens auf links gezogen wird. Die schnappe ich mir dann mit einer Nadel und ziehe sie vorsichtig nach links. So spare ich mir das Einfädeln in die Nähnadel, das macht bei neun Nähten mit je einem Anfang und Ende ganz schön viel aus …

Wenn alle Fäden auf links sind, mache ich ganz normale Doppelknoten und schneide die Fäden ab.

 

Jetzt könnt ihr das Stickvlies vorsichtig abtrennen. Kleine Fetzen waschen sich auch später noch raus.

Freuen und fertig. War gar nicht so schwer,oder?

Zeigt Eure Werke gerne mit dem #stoffundliebetutorial wenn Ihr es ausprobiert habt.

Wir lesen uns in der Mitnähzentrale

Lisa

9 Kommentare

  1. Wau🙏,das ist eine meeeegggaa coole Idee. Danke für die Arbeitshilfe.🙃Jo ,ich denke,wenn es mal regnet und ich viel Zeit habe probiere ich es auch. Es sieht mega aufwendig aus ,aber auch meeeegggaa schön 🙏. DANKE 🙏

  2. Das ist ja eine schöne Idee und sieht einfach Klasse aus. Ganz lieben Dank.

  3. Was für ein Hammer Tutorial! 😍 Vielen lieben Dank Lisa.

    1. Wahnsinn das wird nachgemacht bitte mehr so tolle Ideen und Anregungen lg Anja

  4. Super Idee, danke – und es sieht richtig Klasse aus! 😍

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert